Gelnhäuser Tafel - Meldung lesen

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Tafel sucht neue Jahrespraktikanten

Von:  cj am 08.03.2018 in "Aktuelle Meldungen"

Bereits zum vierten Mal beschäftigt die Gelnhäuser Tafel Jahrespraktikanten der Fachoberschule Gelnhausen mit den Schwerpunkten Wirtschaft und Verwaltung. Die jungen Leute haben alle eine schnelle Auffassungsgabe und mit der Vielfalt ihrer Ideen bereichern sie den Tafelbetrieb immer wieder auf das Neue.

Auch ab Sommer 2018 wird die Tafel wieder zwei jungen Menschen die Möglichkeit geben, das durchaus vielfältige Tafelleben kennenzulernen.
Doch wie kann man sich so einen „Tafelbetrieb“ vorstellen?

„Wir arbeiten unsere Jahrespraktikanten so ein, dass sie den Zusammenhang zwischen den Aufgaben im Büro und der Lebensmittelausgabe an die Kunden schnell verstehen. Dazu geben wir ihnen gleich zu Beginn des Praktikums durch aktive Mitarbeit in den unterschiedlichen Arbeitsbereichen außerhalb des Büros einen Einblick. Hier lernen sie die Vielschichtigkeit der Aufgaben und vor allem in der Begegnung mit Menschen kennen“ so der Vorstandsvorsitzende Claus Witte.
Die Bürotätigkeiten sind weit gefächert, so gehört z. B. die Tourenplanung der
42 ehrenamtlichen Fahrer, die von Montag bis Samstag die Lebensmittelspenden bei den Discountern abholen, zu den Aufgaben. Die Mitarbeiter im Büro sind sowohl Ansprechpartner für die Tafelkunden als auch für die ehrenamtlichen Helfer. Im täglichen Geschäftsablauf treffen die Praktikanten auf Menschen aus allen Gesellschaftsschichten, verschiedener Nationen und jeden Alters. „Sie erleben, dass es auch in Gelnhausen und Umgebung bedürftige Menschen gibt“, so der ehrenamtliche Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Rolf-Dieter Riedel.
Die Praktikanten bringen eine sehr hohe Sozialkompetenz mit, die bei einem Praktikum in einem gemeinnützigen Verein unerlässlich ist.
Flexibilität zeigen sie, wenn der Tagesablauf komplett anders verläuft als gedacht, was hin und wieder vorkommt. Fällt ein ehrenamtlicher Mitarbeiter überraschend aus, dann springen die Praktikanten ein; als Beifahrer bei der Lebensmittelabholung,
-sortierung oder –ausgabe an die Kunden. Schon nach kürzester Zeit sind sie in den meisten Bereichen des Tafelbetriebes einsetzbar und eine hilfreiche Entlastung.
Die Tafel-Praktikanten sind sicher in der deutschen Rechtschreibung, kennen sich in den gängigen Office-Programmen aus und gute Englischkenntnisse helfen bei der Kommunikation mit den Flüchtlingen, die einen großen Anteil der 1.300 Tafelkunden ausmachen.

Unterjährig sind auch größere oder kleinere Projekte zu bearbeiten. So waren die beiden letztjährigen Praktikanten Theresa Neis und Florian Führer große Leistungsträger bei der Organisation des 10-jährigen Tafeljubiläums. Ihrer Unterstützung und ihrem Engagement ist es unter anderem zu verdanken, dass die Jubiläumsveranstaltung erfolgreich durchgeführt werden konnte. Es ist eine interessante und abwechslungsreiche Aufgabe, größere Projekte wie z. B. den Tag der offenen Tür, den Kranz der Hoffnung oder das jährliche Helferfest mit zu organisieren und mit zu gestalten. „Wir freuen uns über die Praktikanten und deren selbstverständlichen Umgang mit den sozialen Medien und über ihre unkomplizierten Ansichten“, ergänzt Sonja Reitz, Leiterin der Tafel-Geschäftsstelle. Mit diesen Eigenschaften ausgestattet, ergänzen die Praktikanten hervorragend das Team der hauptsächlich ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter in der Geschäftsstelle. Die meisten von ihnen sind Rentner, vom Vorsitzenden Claus Witte liebevoll „Rentiere“ genannt. Umso wichtiger ist es dann auch, junge Menschen für die Tafelarbeit zu begeistern. „Wir möchten der jüngeren Generation die Wichtigkeit unseres Handelns nahe bringen, denn wir suchen in allen Einsatzbereichen jederzeit Nachwuchskräfte“ so Herr Witte.

Die Verantwortlichen der Tafel rühren beständig die Werbetrommel, um Menschen für die Tafelarbeit zu begeistern. Jeder ist herzlich willkommen bei freier Zeiteinteilung mitzuhelfen. Auch Berufstätige; vielleicht auch zukünftige „Rentiere“ bereichern jeden frei wählbaren Aufgabenbereich der Tafel. „Die beiden Praktikanten des vergangenen Schuljahres fühlen sich dem Verein so verbunden, dass sie aktive Vereinsmitglieder geworden sind; mehr kann ein Verein sich nicht wünschen“ ergänzt der Vorstandsvorsitzende.
Theresa Neis, ehemalige FOS-Praktikantin und Vereinsmitglied dazu: „Man erkennt durch die Mithilfe beim Einholen der gespendeten Ware und anschließender Sortierung, dass das Engagement unserer ehrenamtlich aktiven Helfer sozusagen das Herz unseres Vereins ist und wofür dieses Herz schlägt, nämlich für die Kunden.“
Das Motto der Tafeln:
 
           „Einem Menschen geben, was er braucht:

            ein Stück Brot, ein Lächeln, ein offenes Ohr.

            Jetzt – nicht irgendwann!“
wird auch bei den ehrenamtlichen Helfern der Tafel Gelnhausen gelebt

Die Tafel Gelnhausen hat aktuell 1.300 Kunden, an die einmal pro Woche Lebensmittel als Nahrungsergänzung ausgegeben werden. Der Büro- und Geschäftsbetrieb sowie die Ausgabestelle Gelnhausen/Linsengericht befinden sich in Gelnhausen. Weitere Ausgabestellen gibt es in Gründau-Lieblos, Biebergemünd Kassel, Brachttal und Freigericht.
Die Tafel finanziert sich ausschließlich über Spenden- und Mitgliederbeiträge sowie über die Kundeneinnahmen, die pro Korb und Anzahl Familienmitglieder einen Obolus dafür entrichten.

Sie interessieren sich für ein Praktikum bei der Tafel, eine ehrenamtliche Tätigkeit oder wollen noch mehr über den Tafelbetrieb erfahren?
Wir bieten Führungen während des laufenden Tafelbetriebes an, halten Vorträge über die Tafel und die Notwendigkeit des Ehrenamtes, wir unterstützen Schulen bei der sozialen Projektarbeit. Rufen Sie einfach in der Geschäftsstelle der Tafel unter 06051/8858577 an und die Mitarbeiter werden sie umfangreich informieren.

Gemeinsam kümmern sich Larissa Jüngling und Tim Woywood noch bis zum Sommer um die Bürotätigeiten der Gelnhäuser Tafel

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