Grußwort des Schirmherrn der Gelnhäuser Tafel

Grußwort des Schirmherrn der Gelnhäuser Tafel

Die Initiative der Tafeln im Main-Kinzig-Kreis ist aus der Bevölkerung heraus entstanden. Bürgerinnen und Bürger haben die Notwendigkeit erkannt, etwas gegen die Armut in unserem Kreis zu tun.

Armut in Deutschland, das mag viele Menschen überraschen. Doch leider sind es keine Einzelfälle, dass Männer und Frauen sich die tägliche Mahlzeit kaum leisten können. Je nach Berechnungsmodell leben in Deutschland zwischen fünf und acht Millionen Menschen in (Einkommens-) Armut. Das sind zehn Prozent der Bevölkerung, umgerechnet auf den Main-Kinzig-Kreis etwa 40.000 Menschen.

Viele Betroffene leben pro Tag von etwa 4,50 Euro, die für die Zubereitung von Frühstück, Mittag- und Abendessen ausreichen müssen. Als Luxus gilt unter Armen oft schon das, was für die Mehrheitsgesellschaft als Alltagskost gesehen wird. Auf Fleisch wird meist ganz verzichtet. Frisches Obst ist selbst im Sommer noch zu teuer und auch Grundnahrungsmittel wie Milch gehören oft zu den Luxusgütern, so die traurige Wahrheit.

Dennoch gibt es bei uns im Land natürlich Lebensmittel im Überfluss. Und hier sorgen die Tafeln für einen Ausgleich – mit ehrenamtlichen Helfern, für die Bedürftigen ihrer Stadt. Einwandfreie, aber nicht benötigte Waren aus dem Handel werden gesammelt und verteilt. Inzwischen ist im Main-Kinzig-Kreis ein gut funktionierendes Netzwerk entstanden. Der Aufwand ist groß. Schließlich soll die Versorgung jeden Tag organisiert werden. Viele Hände packen an und tausende Euro jeden Monat für Fahrzeuge und Räume sind nötig, um das Angebot aufrecht zu erhalten.

Daher danke ich allen Beteiligten für ihren wertvollen Einsatz im Sinne ihrer Mitmenschen. Und die Bürgerinnen und Bürger fordere ich auf, diese notwendige Initiative nach Kräften zu unterstützen.

Erich Pipa
Landrat und Sozialdezernent


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